Bei einer Moscheeführung in Schlieren wurde heute am 01. Oktober 2026 die Moscheeführerin in Anwesenheit der Schulklasse von einem Mann verbal attackiert. Er rief den Anwesenden islamfeindliche Beschimpfungen wie «Kindermörder», «Massenmörder» und «Kindervergewaltiger» zu.

Die aufgrund ihres Kopftuches als muslimisch erkennbare Frau und die Schülerinnen und Schüler waren zutiefst erschüttert und verängstigt. Sie befürchteten, dass der Mann gewalttätig werden könnte. Ein Besuch, der Begegnung, Wissen und gegenseitiges Verständnis ermöglichen sollte, wurde so zu einer Erfahrung von Hass und Einschüchterung.

Besonders erschütternd ist, dass dieser Angriff eine Frau traf, die sich für den gesellschaftlichen Austausch engagiert – und dass Kinder diesen Vorfall miterleben mussten. Unsere Solidarität gilt der betroffenen Frau sowie den Schülerinnen und Schülern und ihren Begleitpersonen.

Seit Monaten beobachtet die VIOZ eine Verrohung des Tons gegenüber Musliminnen und Muslimen. Aussagen in politischen Debatten, wie diejenige um das Kopftuch im Zürcher Kantonsrat, führen dazu, dass Diskriminierung und offener antimuslimischer Rassismus in der Mitte der Gesellschaft salonfähig werden. Dadurch entsteht ein Klima, in dem sich Täter zu solchen Übergriffen ermutigt fühlen. Politikerinnen und Politiker tragen Verantwortung dafür, wie sie über Minderheiten sprechen und welche gesellschaftlichen Signale sie damit senden.

Wer Frauen mit Kopftuch öffentlich als Problem darstellt, macht sie zur Zielscheibe für Anfeindungen und Angriffe.

Die VIOZ fordert Politik, Behörden und Öffentlichkeit auf, antimuslimischen Anfeindungen entschieden entgegenzutreten. Muslimische Frauen müssen sich sicher im öffentlichen Raum bewegen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Wer sich für Begegnung und Verständigung einsetzt, braucht Rückhalt und Schutz.

Niemand darf wegen seiner sichtbaren Zugehörigkeit zu einer Religion beschimpft und eingeschüchtert werden.

Die ganze Stellungnahme finden Sie hier zum Herunterladen.